Meiner Meinung nach ist „Dzień Dobry Egipt“ kein echtes lokales Reisebüro, sondern lediglich ein Vermittler zwischen Touristen und ägyptischen Unternehmen. Vor Ort wird man dann weiterhin von lokalen Anbietern (wie Nile Pharaoh Travel) betreut. Das Versprechen eines durchgehend polnischsprachigen Reiseleiters ist eine leere Behauptung – der Busfahrer spricht kein Polnisch, und der eigentliche Reiseleiter steigt nur in Luxor oder Kairo ein und aus. Die Preise sind etwas höher als bei lokalen Agenturen, aber deutlich niedriger als bei Einheimischen. Die Kommunikation über WhatsApp funktioniert gut, und Umbuchungen sind problemlos möglich. Allerdings wird die Abfahrtszeit erst am Vortag bekannt gegeben, was die Planung erschwert.
Wir haben drei Touren gebucht, die wir hier im Detail beschreiben:
1. Luxor Super VIP: Dies war unsere beste Tour. Wir bewerten sie sehr hoch, vor allem wegen des Reiseleiters, der äußerst kompetent, nie langweilig und sehr unterhaltsam war. Die Abfahrt war um 2:30 Uhr nachts, die Rückkehr gegen 19-20 Uhr. Die Nilkreuzfahrt zur Bananeninsel war unterhaltsam und praktisch, da wir so per Schiff statt mit dem Bus zum Mittagessen fahren konnten. Allerdings gab uns der Reiseleiter beim Bezahlen kein Wechselgeld, obwohl wir bei der Buchung mehrerer Ausflüge zuvor einen niedrigeren Preis vereinbart hatten. Auf dem Programm stand auch der Besuch einer Alabasterfabrik, was peinlich und unglaublich teuer war. Der Reiseleiter gab sich hilfsbereit, empfahl uns aber auch „lokale Produkte vom Bauern“ (Hibiskus, Halva, Datteln) zu deutlich höheren Preisen als in den Geschäften in Hurghada. Er erklärte uns auch, wo wir einkaufen sollten und wo wir abgezockt werden – vermutlich in freundlicher Absicht. Wir hätten uns etwas mehr Zeit in Karnak gewünscht und hielten nur kurz für ein Foto an den Memnonkolossen, aber sonst gibt es dort nichts zu sehen. Der Reiseleiter sprach manchmal im Bus statt vor Ort (z. B. im Tal der Könige), aber da dort nicht genug Platz für Gruppen von 30 Personen ist, war diese Lösung in Ordnung. Die schöne Beschreibung, die ägyptische Landschaft zu bewundern, beschränkt sich im Grunde darauf, dass man aus dem Busfenster schauen kann, was ohnehin im Preis inbegriffen ist.
2. Tauchausflug: Dieser Ausflug fand nie statt. Wir warteten im Hotel auf den Transfer und erhielten keinerlei Informationen, bis wir das Hotel über WhatsApp kontaktierten. Wie sich herausstellte, war das Boot kaputt. Von der Agentur wurde keinerlei Initiative ergriffen, und die schlecht bewertete Tauchschule Sea Memories Hurghada fungierte als Vermittler. Zum Glück konnten wir selbst einen anderen Tauchplatz finden.
3. Kairo (Grand Gem Museum und Pyramiden): Der Ausflug erfüllte unsere Erwartungen nicht. Der Reiseleiter Tamer sprach schnell und chaotisch und empfahl ständig seine Freunde. Die Organisation war mangelhaft – die Reihenfolge der Programmpunkte wurde geändert, was alles ruinierte. Wir begannen mit einer Nilkreuzfahrt um 8 Uhr morgens für knapp 10 Euro – reine Zeitverschwendung, da sie für die meisten in der Gruppe im Preis inbegriffen war und wir nicht ein zweites Mal um Luxor herumfahren wollten. Anschließend besuchten wir die Pyramiden, wo wir sage und schreibe zwei Stunden verbrachten. Der Reiseleiter riet uns vom Betreten der Pyramiden ab, da „nicht genug Zeit“ sei, kassierte aber stattdessen selbst das Geld für die Kamele (zum Festpreis, ohne Verhandlungsspielraum, was dort üblich ist). Danach ließ er die Gruppe 40 Minuten länger im Bus warten als vereinbart. Immerhin brachte uns der Bus direkt zu den Pyramiden und der Sphinx. Danach besuchten wir eine Öl- und Parfümfabrik (die nicht im offiziellen Programm stand), was uns erneut Zeit im Museum kostete. Das Mittagessen war eine Katastrophe – chaotische Organisation, Lärm, keine Sicht auf die Pyramiden (entgegen der Beschreibung) und es war schwierig, überhaupt Besteck zu bekommen. Den endgültigen Tiefpunkt setzte der Besuch des neuen GEM-Museums. Wir kamen nach 14:00 Uhr an, und das Museum schließt um 16:00 Uhr. Wir wurden anderthalb Stunden lang so gehetzt, dass nach dem Weckruf um 1:00 Uhr nachts niemand mehr die Informationen aufnehmen oder die Energie für die Hektik aufbringen konnte. Die Gruppe mit über 30 Personen war viel zu groß. Auf dem Rückweg warf der Reiseleiter dann auch noch den gesamten Müll aus dem Bus in einen Graben – ein unverschämtes Verhalten.
Wenn Sie das GEM-Museum wirklich sehen möchten, rate ich Ihnen von dieser Tour ab. Es ist besser, alleine hinzugehen, denn es ist einfach nur ein anstrengendes Gedränge.